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Das Familienwappen Bidlingmaier

(Auszug aus dem Familienbuch Bidlingmaier, Rolf Bidlingmaier, 1992)

Wappen zeugten im Mittelalter vom Rang und der sozialen Stellung des Wappeninhabers. So legten sich im Spätmittelalter nach den Adeligen auch zahlreiche bürgerliche Familien ein Wappen zu und begründeten damit eine Tradition, die bis in unsere Tage ihre Fortsetzung findet. In der Familie Bidlingmaier kamen insgesamt sieben verschiedene Wappen in einzelnen Zweigen der Familie zum Vorschein, von denen jedoch lediglich fünf als Wappen der Familie Bidlingmaier gelten können.

I.

WappenDas älteste Wappen zeigt einen aufgerichteten, nach rechts schreitenden, rot bezungten und rot bewehrten goldenen Löwen auf blauem Grund, wobei in der blau-goldenen Helmzier ebenfalls ein goldener Löwe erscheint. Die Namensunterschrift lautet Bidlingmaier. Das Wappen weist unter allen drei Familienwappen den engsten Bezug zur Familiengeschichte auf [1]. Der Löwe entspricht vermutlich dem staufischen Löwen und weist damit auf die Urheimat der Familie am Hohenstaufen und auf die mittelbare Beziehung zu den Staufern hin, die die Grundlagen für die spätere Entstehung des Familiennamens geschaffen haben [2]. Angefertigt wurde das Wappen in den vierziger Jahren unseres Jahrhunderts für einen Zweig der Stammlinie Hohenstaufen [3]. Als Vorlage diente eine Skizze der  Kurz`schen Wappensammlung in Ulm mit der Wappen1bNamensüberschrift Biedlingmeier vom Algäu. Die Kurz`sche Wappensammlung wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durch den  aus Schwäbisch Gmünd gebürtigen Wappenmaler Christian Kurz (1835-1886) angelegt [4]. Nachdem im Allgäu bislang keine Träger des Namens Bidlingmaier nachgewiesen werden konnten, liegt die Vermutung nahe, daß sich die Bezeichnung vom Algäu auf das sogenannte Göppinger Allgäu um Ottenbach und Hohenstaufen bezieht. Bei Streifzügen in dieser Gegend könnte er dieses Wappen gesehen und als Skizze abgezeichnet haben. Möglicherweise befand sich das Wappen in der Kirche von Hohenstaufen oder der Kapelle in Maitis und wurde später entfernt [5]. Über das tatsächliche Alter dieses Wappens lassen sich keine genaue Angaben machen.

II.

Wappen2Ein anderes Wappen der Familie Bidlingmeyer befindet sich im Wappenbuch der bürgerlichen Geschlechter der Stadt Bern [6]. Dieses Wappen zeigt im Schild auf blauem Grund unter drei goldenen, sechszackigen Sternen einen grünen Rosenzweig mit fünf Blättern und einer roten Blüte mit einem gelben Stempel und fünf grünen Kelchblättern. Das Wappen wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts für den Schweizer Zweig der Maitiser Stammlinie geschaffen und von diesem geführt [7].

 

 

 

III.

Wappen3Der Degenfelder Ast der Maitiser Stammlinie führt seit dem 20. Jahrhundert ein Wappen mit dem Namenszug Bidlingmaier, das auf blauem Grund einen goldenen Adlerflügel und im oberen rechten Eck ein goldenes Quadrat zeigt. Als Helmzier ist eine goldene Krone und ein blauer Adlerflügel erkennbar. Die Herkunft des Wappens konnte nicht geklärt werden.

 

 

 

 

 

IV.

Wappen4Dasselbe gilt für das Wappen, das der Lerchenberger Ast der Hohenstaufener Linie seit diesem Jahrhundert besitzt. Dargestellt ist in einem von blau nach gold gespaltenen Schild ein silberner Adler mit rotem Schnabel, roter Zunge und roten Füßen, der im rechten Fuß ein goldenes Buch und im linken Fuß einen braunen Dreschflegel hält. Als Helmzier dient ein schwarzer Adler mit rotem Schnabel und roter Zunge.

 

 

 

 

V.

Wappen5Das jüngste Wappen der Familie Bidlingmaier stammt aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts und wurde durch das Wappenarchiv Dochtermann für den Schwäbisch Gmünder Bauunternehmer Eugen Bidlingmaier aus der Straßdorfer Stammlinie und seine Familie angefertigt. Das Wappen zeigt im Schildfuß auf blauem Grund eine schwarzgefugte, silberne Mauer, die nach beiden Seiten von der Mitte aus in drei Stufen nach oben führt und die von einer pfahlweise gestellten silbernen Maurerkelle und drei blau-besamten silbernen Rosen überhöht wird. Die Mauer und die Maurerkelle lassen den Bezug des Wappens zum Beruf des Antragstellers deutlich erkennen [8]. Dasselbe Wappen in abgewandelter Form fertigte das Wappenarchiv Dochtermann auch für den Reichenbacher Fuhrunternehmer Fritz Bidlingmaier aus der Maitiser Stammlinie an. Da dessen Vorfahren in Plochingen unter anderem auch Wagner waren, wurde die silberne Maurerkelle durch ein achtspeichiges silbernes Wagenrad ersetzt [9].

 

Zwei weitere Wappen müssen aus der Gruppe der Wappen der Familie Bidlingmaier ausscheiden, da sie nachweislich einer anderen Familie entlehnt sind. Das eine Wappen mit dem Namenszug Bittlingmaier und der Jahreszahl 1580 zeigt einen gespaltenen Schild in rot und blau mit einem konvex geschwungenen, goldenen Sparren darin. Als Helmzier sind eine goldene Krone und je ein roter und blauer Flügel erkennbar, die beide mit einen nach innen gekehrten, goldenen Schrägbalken belegt sind. Hierbei handelt es sich nicht um ein Wappen der Familie Bittlingmaier, sondern um das der in Bayern weitverbreiteten Familie Bittlmaier. Das Wappen wurde in den zwanziger Jahren unseres Jahrhunderts durch August Harsch aus Mutlangen für einen Zweig der Straßdorfer Stammlinie angefertigt. Um ein von derselben Vorlage abgeleitetes Wappen handelt es sich bei dem Wappen der Familie Bidlingmeyer, ein geadeltes Geschlecht. Dieses Wappen zeigt ebenfalls einen gespaltenen Schild in rot und blau, der Sparren ist jedoch in ein goldenes und ein rotes bzw. blaues Feld geteilt. Als Helmzier sind wieder eine goldene Krone und je ein roter und blauer Flügel erkennbar, die beide mit einem nach innen gekehrten, goldenen Schrägbalken belegt sind. Das Wappen wurde durch den Stuttgarter Maler Franz Leibius für den Fabrikanten Karl Bidlingmeyer aus der Hohenstaufener Stammlinie am Ende des 19. Jahrhunderts angefertigt [10].

 

Anmerkungen

[1] Als beziehungsreichstes Wappen zur Familiengeschichte ziert dieses Wappen die Titelseite dieses Familienbuchs. Das Wappen kommt als Familienwappen der Gesamtfamilie Bidlingmaier in Betracht.

[2] Das Wappen der Staufer war zugleich das Wappen des Herzogtums Schwaben und bestand aus drei nach rechts schreitenden schwarzen Löwen mit roten Zungen auf goldenem Grund. Dieses Wappen wird übrigens heute in abgewandelter Form als Wappen des Landes Baden-Württemberg geführt, wobei die Landesfarben schwarz-gold diesem Wappen entnommen sind. Vgl. Landesbeschreibung Baden-Württemberg, Bd. I, Stuttgart 21977, S.1-2 und Karl Weller, Arnold Weller, Württembergische Geschichte im südwestdeutschen Raum, Stuttgart 91981, S.223 und 322.

[3] Das Wappen wurde durch den Münsinger Wappenmaler Christian Bückle angefertigt.

[4] Kurz`sche Wappensammlung, Bd.5, S.47. - Die Kurz`sche Wappensammlung befindet sich im Besitz der Stempelfabrik Eugen Kurz in Ulm. Das nach dieser Vorlage angefertigte Zangerer`sche Wappenwerk ist im Zweiten Weltkrieg verbrannt.

[5] Das Wappen befand sich möglicherweise an einem Wandfresko oder Glasfenster der Barbarossakirche in Hohenstaufen oder der Kapelle in Maitis. Eine Anfrage beim Landesdenkmalamt in Stuttgart über Befunde von früheren Restaurierungen der beiden Kirchen blieb ergebnislos.

[6] Wappenbuch der bürgerlichen Geschlechter der Stadt Bern, hrsg. von der Bürgergemeinde Bern, Bern 1932.

[7] Das Wappen wurde von Samuel Bidlingmeyer aus Chexbres und seiner Ehefrau Maria Katharina Bidlingmeyer geb. Gruner geführt, die 1862 ins Berner Burgerrecht aufgenommen wurde.  Auskunft des Stadtarchivs Bern vom 12. Dez. 1990.

[8] Wappenrolle Dochtermann, Band 16, Stuttgart 1959, S.80, Wappenarchiv Dochtermann Nr.873. Die beigefügte Aufstellung der Straßdorfer Stammlinie der Familie Bidlingmaier ist in den älteren Teilen anhand der Familienregister im Familienbuch Bidlingmaier zu korrigieren.

[9] Wappenarchiv Dochtermann Nr.9495.

[10] Das Wappen ist zwar nicht datiert, doch läßt es sich anhand des neubarocken Rahmens in diese Zeit einordnen.

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